parallax background

SPOT AUF… Das „Wakker“ bietet als subkultureller Ort urbanen Künstlern eine Plattform

Wiesbadens größter kleiner Konzertraum
September 21, 2016
Digitalisierung: 43% der Firmen fürchten Ende ihres Geschäfts
November 16, 2016

©wiesbadenerkurier –

Kaffee ist eine feine Sache. Kuchen sowieso. Diese Kombination gibt es in Wiesbaden allerdings wesentlich häufiger als Szene-Kunst. Auch am Wallufer Platz folgten mit „Was kann schöner sein“ und „WechselwOrte“ zwei Cafés in den früheren Räumen der Bäckerei „Wacker“ aufeinander.

Von Julia Anderton
Als das letzte Café zumachte, beschlossen Lena Goliasch, Rüdiger Hansen, Nadja Kronemeyer, Melanie Schlachter-Peschke, Marc Peschke und Daniel Riedl, eine Bar aufzuziehen. Aber nicht irgendeine: „Die initiale Idee war, einen neuen atmosphärischen Ort zu schaffen als eine Art kulturelle Spielwiese. Das Wakker sollte sich von Anfang an wohltuend von anderen Orten in Wiesbaden absetzen, die uns in den vergangenen Jahren zunehmend gelangweilt haben“, erinnert sich Marc Peschke.

Die Crew hörte in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen auf: „Umzüge in andere Städte, Lust auf neue Projekte… Und das Wissen, dass es manchmal gut ist, etwas nicht zu lange zu betreiben. Ich wünsche mir persönlich, dass sich das Wakker nicht allzu sehr ändert und ein inspirierender, lässiger, ein bisschen improvisierter Ort ohne viel Chichi bleibt“, sagt Peschke.

Die Chancen stehen mit dem neuen Team aus Marcus Wenig, Dominik Fink, Jobst Feit, Claus Schenk und Henrik Eichmann gut. „Das Wakker ist ein urbaner und subkultureller Ort. Wiesbaden tanzt immer auf der Rasierklinge zwischen Großstadt und Großdorf. Wir befinden uns auf der städtischen Seite“, betont Dominik Fink. „Da das Wakker unter keinem besonderen ökonomischen Druck steht, können wir auch mal Dinge ausprobieren, ohne dass es wehtut. Auch die Größe – kommen zwanzig Leute zu einem Konzert, ist die Hütte bei uns schon fast voll.“ Denn der Raum ist nur knapp vierzig Quadratmeter groß; im Sommer verdoppelt sich die Fläche durch die Außenbestuhlung. „Wir sind oft überrascht, wie viele Leute in unsere Bar passen, während die Atmosphäre immer noch gemütlich bleibt.“

Stilistisch hat sich eine Nähe zur Singer-Songwriter-Szene herauskristallisiert. „Mittlerweile hat sich unser Laden in dieser Szene über die Grenzen Wiesbadens hinaus einen Namen gemacht. Ganz einfach, weil der Sound gut zu unserem Raum passt.“ Außerdem finden im Wakker Kunstausstellungen und Lesungen statt. „Alles, was wir in unserem Raum darstellen können, versuchen wir auch umzusetzen. Ein ganzes Theaterensemble findet leider keinen Platz“, bedauert Fink.

Für die nahe Zukunft kündigt er die eine oder andere bauliche Veränderung an. So soll etwa der Sound verbessert werden. „Abgesehen davon wollen wir unseren Laden nicht tot-renovieren, sondern lieber ein sympathisches Provisorium bleiben.“ Viele Anwohner verstehen das Wakker in erster Linie als Kiez-Kneipe, doch nicht wenige Gäste kommen gezielt aus anderen Vierteln. „Eine klassische Zielgruppe gibt es nicht – Musik, Kunst und Drinks sind etwas, worauf sich alle einigen können.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.